Erfolgreich kalkulieren im Werkzeug und Formenbau

Erfolgreich Kalkulieren im Werkzeugbau, Werkzeugkosten kalkulieren

Erfolgsfaktoren für eine effiziente Kalkulation im Werkzeug und Formenbau

Werkzeugkosten kalkulieren

Für die Wettbewerbsfähigkeit  stellt die Kostenkalkulation im Werkzeug- und Formenbau eine wichtige Grundlage dar und ist bei Losgröße Eins eine extreme Herausforderung.

Um Kosten effizient zu kalkulieren sind folgende Faktoren entscheidend:

  • Exaktheit – 88% aller Werkzeugbauprojekte erfolgreicher Werkzeugbaubetriebe erfolgen ohne Budgetüberschreitung
  • Transparenz43% der erfolgreichen Werkzeugbaubetriebe kalkulieren Ihre Angebote auf Werkzeugkomponentenebene
  • Geschwindigkeit3,7 Werktage ist die durchschnittliche Bearbeitungsdauer einer Anfrage in erfolgreichen Werkzeugbaubetrieben
  • Systematisierung60% der erfolgreichen Werkzeugbaubetriebe nutzen analytische Vorgehen als Kalkulationsmethode
  • Automatisierung90% aller Angebote werden bei erfolgreichen Werkzeugbaubetrieben mit Softwareunterstützung erstellt

Da Werkzeugbaubetriebe durch eine Unikatfertigung gekennzeichnet sind, sind die Herausforderungen umso höher. Dadurch wird eine Optimierung und methodische Unterstützung durch die Hohe Varianz der Produkte und Prozesse erschwert.

Die Kosten werden häufig aus Erfahrungswerten oder Referenzprojekten zusammengetragen. Genauigkeit und Qualität variieren. Ca. 85% der Werkzeugbaubetriebe setzen eine Grobkalkulation inkl. Schätzungen durch erfahrene Mitarbeiter, als eine der häufigsten Kalkulationsunterstützungen ein.

Ziel sollte es sein Abweichungen vom Budget deutlich zu reduzieren und große Schwankungen zu eliminieren, um existenzbedrohliche Finanzierungslücken zu schließen. Von großer Bedeutung ist die Durchführung der Kalkulation auf valider Datenbasis. Dabei sollte sich nicht ausschließlich auf die Werkzeugfertigung konzentriert werden. Ein Verständnis für Kalkulation als Prozess, die Existenz sowie die Bewertung bestehender Kalkulationsmethoden sind essentiell.

Budgetüberschreitung im Werkzeugbau

Der Prozess

Die Kalkulation von Werkzeugen ist ein fortwährender Prozess. Angefangen von der Kundenanfrage bis zum Einsatz des Werkzeugs in der Produktion beim Kunden. Somit lässt sich der Prozess in 3 Teile aufgliedern:

  • Angebotskalkulation
  • Zwischenkalkulation
  • Nachkalkulation

Angebotskalkulation

Anhand der Kundendaten wird das Konzept zur Herstellung des Bauteils festgelegt und dient als Grundlage zur Ermittlung der gesamten Herstellkosten. Die Ermittlung der Herstellkosten für das Werkzeug erfolgt durch eine kombinierte Anwendung der zuvor beschriebenen Kalkulationsmethoden. Bereits existierende Informationen vergangener Projekte werden zum Abgleich herangezogen. Der Abgleich erfolgt mittels Schnittstellen zu einer Datenbank. Anschließend werden die Daten systematisch in der Datenbank gespeichert.

Mitlaufende Kalkulation

Sobald der Auftrag gestartet ist beginnt die mitlaufende Kalkulation. Es sollte frühzeitig eine detaillierte Kosten- bzw. Stundenrückmeldung erfasst werden, wie z.B. erbrachte Leistungen im Projektmanagement. Ist das Werkzeugprojekt beendet, endet auch die mitlaufende Kalkulation. Um angefallene Kosten zu speichern ist eine Datenbankanbindung notwendig.

Nachkalkulation

Der gesamte Kalkulationsprozess endet mit der Nachkalkulation. Tatsächlich angefallene Kosten werden zusammengetragen und mit den geplanten Kosten aus der Angebotskalkulation verglichen.

Tipp: Durch die Speicherung der Daten in der Datenbank kann dieser Vergleich schnell und automatisiert durchgeführt werden. Durch den Vergleich kann eine detaillierte Bewertung erfolgen. Für zukünftige Projekte sollte dieses Datensatz gespeichert werden.

Erfolgreich kalkulieren - Zeitliche Einordnung der Kalkulationsmethoden

Erfolgreich kalkulieren

Pro Jahr erhalten Werkzeugbaubetriebe durchschnittlich 611 Anfragen die zu bewältigen sind. Die Kennzahlen für eine erfolgreiche Kalkulation sind diese 5 Faktoren:

Exaktheit

Zu niedrig kalkulierte Kosten führen zu Finanzverlusten, zu hoch kalkulierte Kosten zu Auftragsverlusten. Erfolgreiche Werkzeugbaubetriebe schaffen es, den Budgetrahmen für 88% der Projekte einzuhalten und durch eine exakte Kalkulation einen realistischen Preis anzugeben. Dadurch erfolgt bei 36% alles erstellen Angebote auch die Beauftragung.
Um die Exaktheit zu erhöhen, können Unternehmen speziell geschulte Mitarbeiter mit der Kalkulation beauftragen.

Transparenz

Ein Großteil der Unternehmen unterscheidet bei der Angebotskalkulation zwischen Konstruktionskosten, Fertigungskosten, Materialeinzelkosten und Zukaufteile. 43% der erfolgreichen Unternehmen führen die Kalkulation auf Werkzeugkomponentenebene durch.
Betriebe, die ihre Angebote detaillierte aufschlüsseln sind meistens auch erfolgreicher. Die aufgeschlüsselten Kalkulationen sind für Kollegen transparent und können besser nachvollzogen und bearbeitet werden.

Geschwindigkeit

Um Ablehungen von Kunden zu vermeiden sollten zeitkritische Kundenanfragen schnellstmöglichst bearbeitet werden. Betrachtet man nur die Bearbeitungszeit, benötigen erfolgreiche Werkzeugbaubetriebe mit 3,3 Stunden im Durchschnitt 1,2 Stunden weniger für Angebotserstellung als der Rest. Zudem sind diese bei der kompletten Auftragsabwicklung (Eingang des Angebots bis Versand) mit 3,7 Tagen 20% schneller als der Durchschnitt. Eine hohe Geschwindigkeit wir durch die Faktoren Automatisierung und Systematisierung unterstützt.

Systematisierung

Es sollten zunächst nur Angebote für Anfragen erstellt werden, die zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens passen. Fragt man nach den Kalkulationsmethoden ergibt sich ein eindeutiger Trend. 100% der erfolgreichen Betriebe im Werkzeugbau nutzen die Ähnlichkeitsmethode. Unabhängig von der Methode sollte die Kalkulation während und nach Abschluss des Projektes zur Rückverfolgbarkeit durchgeführt werden. Auch sollten beschaffene Fremdleistungen mit einbezogen werden, da diese einen erheblichen Teil der Kosten eines Werkzeuges ausmachen. Viele Betriebe setzen in den Bereichen Konstruktion und Fertigung auf Fremdleistungen und planen diese in die Angebotserstellung mit ein.

Automatisierung

Für die Automatisierung und Reproduzierbarkeit ist eine Software essentiell.  Mit der richtigen Konfiguration kann die Software den Kalkulationsaufwand signifikant verringern und die Kalkulationsgüte und -geschwindigkeit steigern. Ca. 90% der erfolgreichen Betriebe nutzen eine Software zur Unterstützung. 100% sind mit der eingesetzten Software zufrieden. Dies hängt natürlich von der Anpassung der Software auf die individuellen Bedürfnisse ab. Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass die Software individuell und prozessorientiert für den jeweiligen Betrieb eingerichtet wird.

Für die Exaktheit der Kalkulation sollte die Software vorhandene Betriebsdaten nutzen und in den Kalkulationsprozessen einfließen lassen. Schnittstellen, die eine Vielzahl von Daten, wie z.B. Kapazitätsplanung einbeziehen werden von 57% der erfolgreichen Werkzeugbaubetriebe genutzt.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben müssen die Betriebe zukünftig zuverlässig, präzise und schnell kalkulieren und dabei diese 5 Faktoren beachten.
Eine Möglichkeit dafür bietet das Siemens Tool Teamcenter Tool Costing.

Passend dazu das Webinar: „Effektive Kalkulation von Spritzgußwerkzeugen mit Teamcenter Tool Costing“

Die komplette Studie der Werkzeugbau Akademie Aachen